Warum ich für das Amt des Generalsekretärs kandidiere

tl;dr:
Wir brauchen mehr Verwaltung, zentral und gut strukturiert. Damit diejenigen, die politisch arbeiten möchten, sich auf ihre Aufgaben konzentrieren können.

Liebe Piraten,

ich bin vor knapp zwei Jahren in die Piratenpartei eingetreten, ohne feste Erwartungen davon zu haben, was die Mitgliedschaft mit sich bringen würde. Mit Werten und Zielen stimmte (und stimme) ich überein, die damaligen politischen Kernthemen waren mir ein persönliches Anliegen.
Eine bestimmte Vorstellung, in welchen Bereichen ich mich einbringen würde, hatte ich nicht. Ich war jedoch sicher, daß es Aufgaben geben würde, die jemand erfüllen kann, der sich mit Organisation und Prozessen auskennt.

2012 war das Jahr der letzten großen Hypes. Die Partei wuchs innerhalb weniger Monate um ungefähr das Doppelte an. Mein Beitritt kam sogar erst einige Wochen danach.
2012 war wohl noch niemandem vollständig klar, welche Herausforderungen sowohl in politisch inhaltlicher, wie auch struktureller Sicht dadurch auf uns zu kommen würden. Ich behaupte nun, jetzt haben es fast alle begriffen.

Jede Partei, jeder Verein, jedes Unternehmen kann seine Ziele und Visionen nur dann verfolgen, wenn sich die Menschen darin organisieren. Auf welche Weise auch immer. Nicht ohne Grund gibt das Gesetz Minimalanforderungen für die körperschaftliche Organisation einer Partei vor, die einen geregelten Betrieb gewährleisten soll.
Es wurde schlichtweg unterschätzt, was es bedeutet, eine Partei mit 30.000 Mitgliedern arbeitsfähig zu halten.

Wir brauchen mehr denn je eine professionalisierte, gut strukturierte Verwaltung, und zwar schnell! Nicht nur, aber auch auf Landesebene. Ich stelle mich zur Verfügung, um daran mitzuwirken, diese weiter aufzubauen. Ein riesengroßer Schritt wurde schon dadurch gemacht, daß sich ein ehrenamtlich tätiges Finanzteam zusammengefunden hat.
Da ich einen gewissen Einblick in die Arbeit dieses Teams habe, und weiss, wie es in der Partei (nicht) wahrgenommen wird, möchte ich Euch an dieser Stelle sagen: Die meisten von Euch haben nicht die geringste Vorstellung davon, was mit der Partei geschehen würde, gäbe es diese Menschen nicht, die nahezu ununterbrochen ihre Freizeit für Euch opfern!

Was sind nun meine konkreten Ziele?
Ich möchte mehr Menschen finden, die für uns Verwaltungsarbeit machen. Ich möchte diese Menschen möglichst für ihre Arbeit bezahlen. Würden wir das gesamte Potential der Parteienfinanzierung ausschöpfen, wäre das ein Leichtes für uns. Daher der nächste wichtige Punkt: Ich möchte unsere Eigeneinnahmen steigern! Das wird nicht funktionieren, ohne weitere Quellen für Spenden zu aquirieren.

Wo könnten Spenden herkommen?
Natürlich von Personen, die uns unterstützen möchten, weil sie unsere Werte teilen. Ich unterstelle mal, davon gibt es sehr, sehr viele; man muss sie nur mal darauf ansprechen! Und wir sollten aufhören, diese Menschen, die unsere Werte teilen, unnötig zu verprellen. Nicht jeder teilt ALLE unsere Ziele! Das ist auch überhaupt nicht erforderlich, das tun wir ja nicht einmal untereinander.
Wir müssen eine gesellschaftliche Allianz schmieden, über unsere Piratenbubble hinaus. Anders kann Parteiarbeit nicht funktionieren. Ausser, man möchte sich auf Fundamentalopposition beschränken.

Ich bin ein starker Verfechter einer zentralen Landesgeschäftsstelle. Ich halte es für unabdingbar, daß wir für diejenigen, die sich für uns interessieren, erreichbar sind. Zentral. Und zuverlässig.
Das Budget für eine solche Geschäftsstelle ist bereits im Wirtschaftsplan eingestellt. Sollte es dazu kommen, daß ich ein Vorstandsamt bekleide, werde ich feste Zeiten garantieren, an denen ich in dieser Geschäftsstelle anwesend bin.
Ich werde weiterhin wie bisher berufstätig sein. Das bedeutet, meine Verfügbarkeit ist eingeschränkt und weniger hoch, als Ihr es vielleicht von anderen Vorstandsmitgliedern gewohnt seid. Ich bin mir allerdings trotzdem sicher, daß ich für die Vorstandsarbeit eine Bereicherung sein kann.

Ich bin seit vier Jahren beruflich als IT-Projektmanager im Flughafenumfeld tätig. Ich weiss also, wie man in sensiblen Umgebungen komplexe Projekte zu einem erfolgreichen Abschluss bringt.
Ich befasse mich innerhalb der Tätigkeit auch mit Arbeitsstrukturen und Prozessen. Ich möchte diese Erfahrung mit Euch teilen.

Wichtig dabei ist jedoch, daß ich dafür Eure Unterstützung habe. Sprecht mit mir, teilt mir Eure Vorstellungen mit. Dann werden wir sehen, was umsetzbar ist.
Ihr wählt mich zunächst für die Restdauer des amtierenden Vorstandes. Lasst uns diese Zeit als Probezeit betrachten. Sollten wir gemeinsam Erfolge erzielen, werde ich weiterhin zur Verfügung stehen. Falls nicht, ist die nächste Vorstandswahl nicht mehr lange hin.

Gruß, Euer Stahlrabe

P.S.: Je nachdem, welche Ämter zur Neuwahl anstehen, stelle ich mich ebenfalls für den Posten des stellvertreteden Generalsekretärs, sowie einen der Beisitzerposten zur Verfügung.

 

Update 06.04.2014

So wäre meine Vorstellungsrede zum GenSek übrigens gewesen, hätte ich sie abgelesen! ;o)

Hallo liebe Piraten!

ein geschätzter Mitpirat sagte unlängst, das Amt des GenSeks sei unsexy! :)
Ich sehe das anders, und nun haben wir ja zum Glück auch mehrere Kandidaten zur Auswahl.
Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich Carsten Trojahn danken, der Freitag Nacht seinen Rücktritt als bisheriger Generalsekretär erklärt hat.
Auch, wenn wir die letzten Monate unzufrieden waren, wollen wir nicht vergessen, daß Carsten einer der Menschen war, der die Partei dahin gebracht hat, wo sie jetzt steht! Deshalb: Danke!

Wenn man hier oben steht, fragt man sich unweigerlich, wo man mit einer Rede anfangen soll. Ich habe mich entschieden, am Anfang anzufangen.

Am 10. September 2006 wurde eine Partei gegründet. Und eigentlich ist damit bereits fast alles gesagt.
Da der heutige Parteitag aber unter besonderen Vorzeichen statt findet, möchte ich auf dieses Thema ein wenig eingehen.
Morgen werden verschiedene Anträge abgestimmt, die etwas mit Positionierung zu tun haben.
Manche davon haben einen Bezug zu unseren Anfängen, die sich zu einem Teil auf verschiedene aktivistische Strömungen gründen.

Manchmal habe ich das Gefühl, einige Mitglieder wünschen sich die Zeit zurück, als sie Aktivisten waren. Die Zeit, als es die Partei noch nicht gab. Das finde ich auch nicht schlimm.
Aktivismus ist wichtig für uns. Es ist ein Mittel, unsere politischen Ziele in die Öffentlichkeit zu tragen.
Aktivismus begleitet die politische Arbeit. Aber er darf sie nicht bestimmen!
Wir haben uns für das Motto entschieden “klarmachen zum ändern” nicht “klarmachen zur Revolution”!

Es stört mich, daß einige Piraten offenbar nicht glücklich damit sind, Mitglied in einer Partei zu sein, und auch nicht glücklich mit den Folgen, die das mit sich bringt.
Es stört mich, daß diejenigen, die Parteiarbeit machen wollen, daran gehindert werden. Ich möchte meine Teil dazu beitragen, das zu ändern!

Die Piraten von 2006 haben die Partei gegründet, weil sie erkannt haben, daß man das System, in dem wir leben, nur von innen heraus verändern kann. Für mich bedeutet das, daß die Entscheidung, ob wir Politiker sein wollen, oder nicht, längst gefallen ist. Es ist der Grund, warum wir den Piraten beigetreten sind.
Wir möchten gestalten. Wir möchten unsere Visonen umsetzen, auch, wenn das eine Mammutaufgabe ist, die sich nicht in Jahren, sondern in Jahrzehnten misst.
Das geht aber nur, wenn wir verstehen, welch Spiel und nach welchen Regeln gespielt wird. Wir müssen uns diesen Regeln nicht beugen, aber wir müssen mit ihnen leben und mit ihnen umgehen.
Einfach nur anders zu sein, ist kein politisches Konzept!

Um visionär zu sein, braucht man Freiheit und Bewegungsspielraum! Bewegungsspielraum innerhalb der Partei, und Freiheit von der Last der formalen Arbeit, die diese Partei mit sich bringt.
Als die Partei 2012 auf 30.000 Mitglieder anwuchs, sind wir von dieser Arbeit überrollt worden. Uns fehlen immer noch die nötigen Strukturen, um diese Arbeit zu bewältigen.
Wir benötigen eine funktionierende Verwaltung.
Ich möchte Teil dieser Verwaltung sein, um denen den Rücken frei zu halten, die unsere Visionen nach vorne bringen, um denen Bewegungsspielraum zu verschaffen, die unsere politischen Ziele in die Öffentlichkeit bringen.
Ein paar Worte zu mir:
Einige kennen mich vielleicht von der einen oder anderen Veranstaltung; ich sage nur ein paar kurze Stichworte zu mir:
Ich bin jetzt 44 Jahre alt. Ich habe vor langer Zeit einmal Energietechnik studiert, an der RWTH Aachen. Ich habe keinen Abschluß gemacht.
Ich war 7 Jahre lang Inhaber eines Online- und Spielecafés, also selbständiger Unternehmer.
Ich habe eine Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration gemacht, und derzeit arbeite ich als IT Projektmanager im Flughafenumfeld.
Meine Tätigkeit befasst sich mit mittelgroßen Projekten, mit Organisation, mit Prozessen, mit Teams.

Natürlich habe ich auch eine politische Agenda. Ich würde sie unter dem weitgefassten Begriff “Bürger- und Verbraucherschutz” zusammenfassen. Ihr könnt mich gerne bei gelegenheit fragen, was ich darunter verstehe.
Die Agenda soll heute aber nicht entscheidend sein. Ich bin Generalist und ich biete mich Euch für Verwaltungaufgaben an. Ich möchte unsere politische Strategie im Blick haben, und diese organisieren.

Ich möchte unsere Landesgeschäftsstelle mit Leben füllen. Ich möchte dafür sorgen, daß wir mehr bezahlte Stellen schaffen können. Ich möchte das, indem ich viel gezielter Spenden einwerbe, als wir es bisher tun.
Ich möchte ausserdem, daß wir aufhören, uns mit uns selbst zu beschäftigen. Ich möchte, daß wir wieder im Team zusammenarbeiten.

Dafür – möchte ich Euer GenSek sein!

Mein Name ist Daniel Rasokat, und ich bin Pirat!

Danke.